Saubere Leistung! 60 Jahre Kehrtechnologie von Schmidt

Seit 60 Jahren steht Schmidt aus St. Blasien für Spitzentechnik im Bereich Kehrtechnologie. Was mit einer Vorbaukehrmaschine für den UNIMOG im Jahr 1956 begann, entwickelte sich zu einem weltweit führenden Anbieter für Kehrmaschinen und Geräte für den Straßenunterhalt. Das Erfolgsrezept? Stetiger Innovationsgeist, 100% Leidenschaft und eine gesunde Portion Bodenständigkeit.

Der lange Weg zu Sauberkeit

Kehrmaschine per PferdStraßenreinigungen war lange Zeit reine Handarbeit, erst im 19. Jahrhundert etablierten sich Kehrmaschinen – ausgestattet mit 1 PS und schmalen, durch Federn auf die Straßendecke gedrückte Schabeisen, sammelten diese den festeren Schmutz und lagerten in seitlich von der Maschine als Streifen ab. Joseph Whitworth, Urvater der Kehrmaschinen, entwickelte 1843 die erste pferdegezogene Kehrmaschine und taufte diese auf den Namen „The Patent Street Sweeping Machine of Manchester”. Erst Anfang des 20. Jahrhunderts folgten motorisierte Kehrgeräte, Aufschwung erlebte die Branche aber erst Anfang der 50ger Jahre nach Ende des 2. Weltkrieges.

Schmidt – Spitzenleistung aus Prinzip

Mit einer Vorbaukehrmaschine für UNIMOG, der „VKS“, begann 1956 das Zeitalter der Kehrgeräte bei Schmidt und ergänzte das bis dahin bereits erfolgreiche Winterdienstgeschäft. Angefangen von der ersten Ausrüstung mit Schmutzfangkasten, entwickelte Schmidt in den folgenden 60 Jahren eine vielfältige Palette an Vorbaukehrmaschinen für UNIMOG oder Radlader, saugend aufnehmenden Kehrmaschinen mit Aufbau-Wechsel-System sowie Behälter bis 12 m3 zum Aufbau auf LKW.

Das Jahr 1973 läutete zudem den Beginn der Generation „selbstfahrende Kehrmaschine“ (SK) ein. Angefangen mit einem Dreiradfahrzeug (Piaggio), der SK50, folgten weitere Meilensteine: die SK100, die erste Kompaktkehrmaschine mit eigenem Schmidt Fahrgestell, Vorreiter der heutigen Swingo. Erfolgreich behaupteten sich auch die Nachfolger, die SK 150 bzw. SK 152 auf dem Markt. Margarete Thatchers_02Zum Erfolgsmodell in ganz Europa schliesslich zählte die SK 153. Schnell etablierten sich die Kehrmaschinen „Made in Germany“ in ganz Europa. 40 SK180 Kehrgeräte wurden so z.B. bei einem Grossauftrag nach Moskau exportiert. Auch die damalige Premierministerin von Grossbritannien Margaret Thatchers zeigte sich bei einem Termin 1989 auf der Downing Street in London 1989 begeistert vom StreetWasher 2000. Drei der Geräte wurden noch im selben Jahr bestellt und in den Dienst der Strassenreinigung in London gestellt.

Damals wie heute hat die Zufriedenheit der Kunden oberste Priorität. Kundenspezifische Anforderungen, wie ein Saugausleger für die Strassenreinigung in Stuttgart oder ein Hundekot-Aufnahmegerät mit integriertem Duftstoffzusatz zum Anbau an die SK150/SK152 waren daher für die Mannschaft um Max Hirt keine unlösbare Aufgabe. Der gelernte Maschinenbauer ist seit 1968 bei Schmidt in St. Blasien beschäftigt und zusammen mit Wolfgang Kaiser, der 1970 zum Unternehmen stiess, der Dienstälteste Kehrmaschinenexperte im Hause Schmidt.

Max Hirt_Wolfgang KaiserDie beiden dienstältesten Kehrmaschinen-Experten: Max Hirt (links) und Wolfgang Kaiser

„Rückblickend ist die Entwicklung unserer Kehrmaschinenhistorie sehr spannend. Es hat sich über die Jahrzehnte viel verändert“, erinnern sich die beiden. „In den Anfängen wurde noch viel in der Werkstatt getüftelt, Schaltpläne hat der Meister von Hand gezeichnet, erst dann war die Konstruktion mit den nächsten Schritten an der Reihe. Das Auftragswesen war weniger komplex und viele Schweiss- oder Drehteile sind noch selbst im Betrieb hergestellt worden. Heute wird die Maschine zuerst bis ins Detail in der Entwicklung geplant und wir investieren viel mehr Zeit in Besprechungen als früher, um alle Faktoren vorab zu beleuchten. Nicht zuletzt hat sich auch die Art und Weise, wie wir produzieren in vielen Bereichen geändert und ist bis zum heutigen Tag einem straffen Takt angepasst. Lean production ist zu einem wichtigen Bestandteil geworden. Was geblieben ist, ist der Pioniergeist. Die Leidenschaft bei den Kollegen für ihre Arbeit und unsere Produkte ist nach wie vor zu spüren. Da spielt das Alter keine Rolle. Auch schon die Lehrlinge werden schnell vom Schmidt-Enthusiasmus angesteckt. Und wer weiss, wohin die Zukunft geht – sei es Automatisierung, neue Antriebskonzepte oder noch umweltfreundlichere Technologien – Schmutz auf den Strassen fällt immer an und so lange wird es auch Kehrmaschinen geben. 60 Jahre sind erst der Anfang.“