Sicherheit kennt keine Alternative

Feuerwehr Aletsch setzt auf Aebi VT450 Vario mit Feuerwehraufbau von Brändle

Die Feuerwehr Aletsch in der autofreien Gemeinde Bettmeralp und Riederalp im Schweizer Kanton Wallis hat ihren Fuhrpark im November um einen neuen „Kollegen“ ergänzt. Ein Aebi VT450 Vario mit Feuerwehraufbau der Firma Brändle aus Sirnach im Kanton Thurgau unterstützt ab sofort die Mannschaft um Hauptmann Lorenz Matthias . Das Besondere: der leistungsstarke Geräteträger VT450 Vario von Aebi ist im Sommer auf Rädern und in der Wintersaison per Raupenfahrwerk unterwegs. Damit ist die Einsatzfähigkeit zu jeder Jahreszeit und auf jedem Untergrund gewährleistet – auch in unwegsamem und steilem Gelände.

Davon gibt es auf am Fusse des Aletschgletscher reichlich. Die Gemeinde liegt auf 1.948 Höhenmeter und gehört seit 2001 zum UNESCO-Weltnaturerbe Schweizer Alpen Jungfrau-Aletsch. Besonders im Winter ist die Region um die Bettmeralp bei Wintersportlern und Touristen sehr beliebt. Die Weitläufigkeit und die, auf Grund starker Steigung und schmalen Strassen, teils schwer zugänglichen Gebiete, stellen die Retter vor eine grosse Herausforderung. Im Ernstfall zählt jede Sekunde, daher werden an das Equipment und Rettungsfahrzeuge besondere Anforderungen gestellt. Dies gilt insbesondere auch, da die Gemeinde Bettmeralp nicht vom Tal aus mit dem schwerem Gerät erreicht werden kann. Gefragt ist also ein leistungsstarkes und gleichzeitig kompaktes Feuerwehrfahrzeug mit praktischem Aufbau und ganzjähriger Einsatzmöglichkeit, welches das bisherige Feuerwehrfahrzeug, eine umgebaute Pistenraupe, ersetzen sollte. In Zusammenarbeit mit dem Spezialist für Feuerwehraufbauten, der Firma Brändle, wurde aus einem Aebi VT450 Vario Euro 6 ein multifunktionales Einsatzfahrzeug. Im Sommer auf Rädern im Einsatz, wird das Fahrzeug für die Wintermonate kurzerhand auf Raupenfahrwerk umgerüstet. Der Umbau ist in rund 4 Stunden möglich.

Hr-Kuhn_Braendle_01„Die Konzeption des Aufbaus auf diesem Fahrzeug mit Raupenfahrwerk war selbst für uns Neuland und hat einiges an Ingenieurleistung und Know-How verlangt“, so Reto Kuhn, Projektmanager bei der Tony Brändle AG. „Zum einen galt es, den Aufbau an die Variante mit Rädern und Vier-Rad-Lenkung anzupassen und dabei den hohen Federweg von 50mm des Transporters zu berücksichtigen. Das Raupenfahrwerk dagegen verhält sich ganz anders als Räder und benötigt in der Querachse mehr Freiraum, um den vollen Einschlag zu ermöglichen. Für uns galt daher die Herausforderung, beide Optionen zum bestmöglichen Ergebnis zu vereinen. Hinzukommt, dass zwischen Fahrerhaus und dem Aufbau eine extreme Verwindung möglich ist. Auch dies mussten wir berücksichtigen und den Aufbau entsprechend anpassen.“

Hr-Kuhn_Braendle_02Wie bereits beim Fahrzeugbau im Werk bei Aebi, erfolgt auch der Aufbau bei Brändle aus einer Hand. In der hauseigenen Schweisserei und Metallwerkstatt wird das Gerüst massgenau für den Transporter gefertigt und anschliessend lackiert bevor der Innenausbau und die Elektroinstallation erfolgt. Nach den Vorgaben und Wünschen des Kunden, erstellt Brändle einen Vorschlag, wie das Equipment, von Taschenlampen, über Atemschutzgeräte bis hin zu den Schläuchen optimal im Inneren des Aufbaus verstaut werden kann und übernimmt nach Abstimmung mit dem Kunden die Befüllung.

„Kein Einsatzfahrzeug in dieser speziellen Kategorie ist wie das andere“, erklärt Reto Kuhn. „So viele verschiedene Varianten und Optionen sind möglich.“ Auch das rund 10 Tonnen schwere Tanklöschfahrzeug für die Feuerwehr Aletsch hat es in sich. Ein integrierter 2000 Liter Wassertank und eine leistungsstarke Pumpe mit 1500 Litern bei 10 bar, die per Nebenantrieb an der hinteren Zapfwelle des VT450 Vario betrieben wird, sorgen für die benötigte Leistungserbringung. Wände und Streben in Aluminium-Leichtbauweise sorgen für reduziertes Gewicht, bei gleichzeitig hoher Stabilität. Auf Grund der extremen Temperaturen im Winter auf 2000 Höhenmetern, ist der Aufbau speziell isoliert und mit einer Heizung ausgestattet, so dass Löscheinsätze auch bei Minusgraden möglich sind. Eine Seilwinde mit einer Zugkraft von 4500 kg und 38 Meter Drahtseil an der Front des VT450 Vario sorgt bei Bedarf für Sicherheit oder ermöglich das Abschleppen schwerer Gegenstände oder Fahrzeuge. Die Ausrüstung umfasst zudem u.a. 6 Atemschutzgeräte, 3 Handfeuerlöscher, 18 Gewebeschläuche, 7 Angusschläuche sowie einer Leiter, die auf dem Dach montiert ist.  Ein farbiges 5.7 Zoll Touch Panel mit LCD-Bildschirm-Visualisierung ermöglich eine einfache und intuitive Steuerung aller Schalt- und Informationselemente. Eine LED-Umfeldbeleuchtung auf ganzer Aufbaulänge sorgt für optimale Ausleuchtung des Fahrzeugs am Einsatzort.

Wasserprüfung.jpgBei einem 3 stündigen Dauertest wird in den Werkshallen von Brändle abschliessend jedes Einsatzfahrzeug unter Volllast auf Herz und Nieren getestet. Erst dann erfolgt die Auslieferung an den Kunden. Auf Grund der besonderen geografischen Lage der Bettmeralp durfte das neue Einsatzfahrzeug der Feuerwehr Aletsch schliesslich per Seilbahn an seinen neuen Arbeitsplatz schweben.

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Der Allrad-Transporter AEBI VT450 Vario ist ein wahrer Wandlungskünstler, nicht nur was den schnellen Wechsel zwischen Raupen und Rädern angeht. Der Transporter mit stufenlos mechanischhydrostatischen Fahrantrieb (Kuppeln überflüssig) bewegt bis zu sechs Tonnen Nutzlast. Ausgerüstet mit Schneepflug und Streuer wird er vom Transporter zum kompakten Winterdienstfahrzeug. Im Sommer lässt sich beispielsweise ein Mähwerk anbauen. Mit einem sauberen VM-Turbodieselmotor nach EURO 6 Standard, zeigt sich der AEBI VT450 Vario XR auch in Sachen Umweltschutz vorbildlich und erfüllt selbst die strengen Anforderungen vieler autofreier Gemeinden