Vom Schwarzwald in die ganze Welt

Von der lokalen Autowerkstatt im Schwarzwald hin zum «global player» im Maschinenbau. Wie hat sich die Marke Schmidt diese Bekanntheit erarbeitet? Erfindergeist, Reiselust und Qualität sind einige der Gründe warum Schmidt dieses Jahr sein 100-jähriges Bestehen feiert. Zum Faktor Reiselust gewähren wir Ihnen heute tiefere Einblicke…

Alfred Schmidt Junior, der Sohn unseres Gründers, war nicht nur ein gewiefter Erfinder (Eine Schmidt Erfindung für die Ewigkeit), sondern auch ein ambitionierter Sportsmann mit einem deutschen und europäischen Senioren-Meister-Titel im Weitsprung. Zu seinen Lieblingssportarten gehörten nicht nur der klassische Sport, sondern er sah auch das Fahren der Maschinen als Sportart. Entsprechend liess er sich keine Gelegenheit entgehen, um diese selber vorzuführen.

Vorführungen in aller Welt
Dieses Bestreben führte Alfred Schmidt Junior anfangs der 70er Jahre in den Himalaya. Damals hatte die indische Armee eine Ausschreibung für die Schneeräumung des höchsten Passes, dem Taglang La (heute Teil des Unionsterritorium Ladakh), gestartet. Der Pass liegt 5.317 Meter über Meer und kann nur von Juni bis September befahren werden. Er verbindet die Städte Manali und Leh. Erstere ist ein beliebtes Touristenziel und gilt als Ausgangspunkt für Hochgebirgstouren. Leh ist heute bekannt für seine buddhistischen Wahrzeichen, inklusive einer ehemaligen Residenz des Dalai Lama, aber auch für seine Trekkinggebiete.
Leider fiel die Wahl der indischen Armee damals noch nicht auf Schmidt Fahrzeuge. Jedoch erhielt Schmidt 1982 die Chance rund 25 Schneefräsen des Typs VF 5-L für die Passräumung in Indien zu liefern.

Schmidt’s Raupenschneefräse VF 3-HR im Einsatz beim Bau der Deutschen Antarktisforschungsstation

Eine Exkursion einer Delegation von Führungskräften aus der Industrie führte Alfred Schmidt Junior 1982 nach Südafrika. Da die Antwort vom südafrikanischen Verkehrsministerium auf eine Ausschreibung noch ausstand, nutzte er die Reise und schaute persönlich bei dem Verkehrsministerium in Pretoria vorbei. Die Deutsche Forschungsgesellschaft hatte bereits 1980 eine Schneefräse des Typs VF 3-HR für den Bau ihrer Forschungsstation in der Antarktis gekauft. Nun hatte auch die südafrikanische Forschungsgesellschaft S.A.N.A.E. offiziell eine VF 3-HR direkt bei Alfred Schmidt bestellt.
1983 folgte dann die Bestellung der dritten Schneefräse, dieses Mal jedoch für die australische Forschungsgesellschaft aber wieder mit dem Einsatzgebiet Antarktis.
Die VF 3-HR wurde dafür speziell weiterentwickelt und kann Arbeitstemperaturen von bis zu -30 °C und Lagertemperaturen von bis zu -60 °C aushalten. Alternativ kann sie aber auch als Zuggerät eingesetzt werden.

Schneefräse ermöglicht Einstieg ins Flughafengeschäft
Die erste Version der Schneefräse, welche später im Himalaya oder in der Antarktis den Weg freiräumte, ermöglichte schon 1960 den Einstieg ins Flughafengeschäft. In den ersten 25 Jahren wurde die VF1 vor allem in Kombination mit Schneepflügen verkauft. Mitte der 80er Jahre kamen dann Streuer, Sprüher und die CJS (Compact Jet Sweeper) hinzu, welche kontinuierlich weiterentwickelt wurden, um die Arbeiten der Flughäfen stetig zu unterstützen. Die CJS ist ein kompaktes Kehrblasgerät mit einem Pflug, welches bei grosser Geschwindigkeit und wenig Schneehöhe eine effiziente Schneeräumung ermöglicht. 2004 wurde das Angebot mit der TJS (Towed Jet Sweeper) ergänzt. Ein Kehrblasgerät mit Pflug, welches gezogen wird. 2017 lieferte Schmidt schliesslich die CJS-DI, ein multifunktionales Kehrblasgerät mit Enteiser.

Überblick der Länder in welchen Schmidt Fahrzeuge an Flughäfen eingesetzt werden

Heute sind Schmidt Fahrzeuge an rund 1.335 Flughäfen in etwa 70 Ländern im Einsatz. Und es wird mit Hochdruck an der Entwicklung von weiteren kundenspezifischen Lösungen gearbeitet, um künftig von Fahrerassistenzsystemen bis hin zum autonomen Fahren bestmögliche Technologien für die Flughäfen anbieten zu können.